Alexander F. ist hierfür ein gutes Beispiel. Alexander, 18 Jahre, war in der Ausbildung zum Holzbearbeiter 1. Lehrjahr und hatte starke Prüfungsängste. Diese machten sich aktuell in der bevorstehenden theoretischen Führerscheinprüfung bemerkbar, bei der er zuvor bereits 4x durchgefallen war. Sein Ausbilder empfahl ihm den Führerschein unbedingt zu machen, da die späteren Vermittlungschancen an einen Arbeitsplatz dadurch deutlich besser sind.
Alexander berichtete, dass sobald schwierige Aufgaben auftauchen würden, er sich nicht mehr konzentrieren könne. Er sei dann so aufgeregt, daß er gar kein Ergebnis mehr zustande bringe. Ziel der psychologischen Beratung war es also, eine Idee zu entwickeln, wie sich Alexander während der Führerscheinprüfung selbst beruhigen kann, um gut und konzentriert weiterarbeiten zu können.
Bei der Suche nach Alexanders Stärken fand die Psychologin heraus, daß er früher in der Schule bereits eine gute Methode für sich entwickelt hatte: Wenn er sehr nervös wurde, legte er den Stift weg, lehnte sich zurück, schaute aus dem Fenster und atmete tief durch. Das beruhigte ihn.
Diese positive Erfahrung verband die Psychologin in den Therapiesitzungen nun mit einer anderen Situation: einem Fußballspiel, in welchem Alexander als Mannschaftskapitän im Elfmeterschießen unter hohem Druck den Siegtreffer geschossen hatte. In den Übungen musste sich Alexander in einem entspannten Zustand (das lernte er unter Anleitung ganz schnell) immer wieder in die Situation bei der theoretischen Führerscheinprüfung hineinversetzen. In diesem Zustand lernte Alexander dann seine Angst mit seiner eigenen erfolgreichen Methode und dem Erfolgserlebnis beim Fußballspiel zu verknüpfen.
Alexander bestand seine theoretische Führerscheinprüfung. Vor seiner theoretischen Abschlussprüfung als Holzbearbeiter hat er weniger Angst als früher.
Insgesamt fanden vier Sitzungen à 60 Minuten mit der Psychologin statt.